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Abenteuer

Die Salzrutsche

Die Überwindung von Höhendifferenzen für Mensch und Material wurde schon im historischen Bergbau über Rutschen oder ähnliche schiefe Ebenen realisieSchnitt durch die Salzrutschert. Gerade im trockenen Salzbergbau ist das eine einfache Methode von einem Abbauniveau auf ein tiefergelegenes Niveau zu gelangen. Zum Schutz des bergmännischen Gesäßes wurde das sogenannte "Arschleder" eingeführt. Es besteht aus einem derben Leder, welches, um die Hüften und nach hinten gebunden, unter anderem das Hinterteil schützt.

Aus dieser Tradition heraus und bei der heutigen Begeisterung für Rutschen aller Art hat die Erlebnisbergwerk-Betreibergesellschaft mbH eine Touristenrutsche im untertägigen Salzbergwerk in etwa 600 m Tiefe errichtet.

Aus- und Einlauf der Rutsche sind mit Edelstahlsegmenten ausgelegt. Die eigentliche Rutsche besteht aus einem kreisrunden Bohrloch mit 1 Meter Durchmesser im Steinsalz (Na2). Das Bohrloch weist ein Gefälle von 40 % auf und istSalzrutsche ca. 36 Meter lang. In ca. 4 Sekunden werden die ca. 28 Höhenmeter überwunden. Überwacht und gesichert wird das Rutschen durch eine abstandregelnde Ampelanlage, Sprechverbindung sowie eine Kameraüberwachung des erleuchteten Auslaufbereiches.

Als Rutschunterlage wird zum Schutz der Bekleidung und entsprechender Körperteile ein "Arschleder" ausgeteilt. Auf diesem, aus einer lederbesetzten Fußbodenmatte bestehenden Arschleder, wird dann die Fahrt durch die Rutsche durchgeführt.

Rutschen muss natürlich nicht jeder der an einer Führung teilnimmt. Aber auch beim Zusehen, ob nun am Einlauf- oder am Auslauf, kommt viel Freude auf und wer es ruhiger mag kann ja mit der Bahn oder auf dem Salzsee Kahn fahren.

Die Bahnstrecke

Neueste Attraktion der Erlebnisbergwerk-Betreibergesellschaft mbH ist die Kleinbahnstrecke unter Tage.

Bis Mitte der siebziger Jahre galt die Beförderung von Salz, Material und Bergleuten auf Kleinbahnen als verbreitetes Transportmedium. Zum Einsatz kamen dabei überwiegend elektrische Fahrdrahtloks oder akkubetriebene Lokomotiven, weniger Diesellokomotiven. Zum Transport des Salzes wurden Förderwagen eingesetzt, die ein Fassungsvermögen von etwa 1 oder 2 Tonnen haben.

Zug mit DiesellokomotiveHeute wird auf einer etwa 300 m langen Strecke ein Zug mit einer Diesellokomotive und mehreren Personentransportwagen im Pendelbetrieb angeboten. Die Diesellok wurde vom Feldbahnmuseum Münsterland erworben und vor dem Einsatz gründlich überarbeitet. Die Personenwagen sind aus dem Grubenbetrieb des Bergwerkes Glückauf und wurden ebenfalls gründlich überarbeitet.

Der Bahnbetrieb, dessen Errichtung mit Fördermitteln des Freistaates Thüringen finanziell abgesichert wurde, ist mit allen im Bergbau erforderlichen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet. Im Bahnhofsbereich geben Vitrinen gleichzeitig einen Einblick in die Mineralienwelt und Geschichte des Bergwerkes.

Kahnstrecke auf Laugensee

Flüssigkeiten und Salzbergbau sind eigentlich gegensätzlicher Natur. Würde doch jede Form von Süßwasser sofort das Salz, in dem das Bergwerk aufgefahren wurde, auflösen. Die Existenz der über 220 Millionen Jahre alten Salzlagerstätte im Bergwerk Glückauf Sondershausen beweist die Trockenheit und den Abschluss des Bergwerkes von ungesättigten Flüssigkeiten.

Dennoch gibt es im Bergwerk Sondershausen etwa 300.000 m³ Flüssigkeiten, die aus gesättigten Salzlösungen bestehen und daher keinerlei Auflösungserscheinungen hervorrufen. Entstanden sind die Lösungen durch den Betrieb des Spülversatzes sowie der Verarbeitung von Mischsalzen (Hartsalz und Carnallitit) während des Kalisalzabbaus bis Mitte der 80er Jahre.

Gerade aus dem Gegensatz von Salz und Wasser heraus ist die Idee entstanden, im Erlebnisbergwerk einen Laugensee zu errichten und auf diesem See Kahnfahrten anzubieten.

Das Vorhaben umfasst einen Streckenrundkurs von 130 m Länge und ein Verbindungsbecken zum Abstellen und Rückführen der Kähne von 90 m Länge. Der Flüssigkeits- bzw. Laugenstand beträgt zwischen 1 und 1,50 m. Der Rundkurs wird mit etwa 2.500 m³ Salzlauge geflutet werden. Zum Transport werden original Holz-Spreewald-Kähne mit Akku getriebenen Außenbordmotoren eingesetzt. Die Kähne haben eine Länge von 7,5 m sowie eine Breite von 1,5 m und geben 10 Personen Platz. Im Einsatz sind vier Kähne. In Höhe des Laugenspiegels werden entlang dem Rundkurs Schramhölzer angebracht. Für den Auf- und Abstieg der Gäste wurden Anlegestege gefertigt.

Die Lage des Laugensees im Grubenfeld wurde so gewählt, dass er eine Verbindung zwischen den üblichen Befahrungsweg für Touristen und der Besichtigung des Museums darstellt. Für Besucher, die das Angebot zum Fahren auf dem Laugensee nicht wahrnehmen möchten, erfolgt der Transport zum Bergbaumuseum mit zur Personenbeförderung geeigneten Lastkraftwagen.

Die Fertigstellung des Laugensees und die Eröffnung der Kahnfahrtensaison erfolgte Anfang des Jahres 2001.